Münchweiler liegt neun Kilometer von der Stadt Pirmasens entfernt an der Bundesstraße 10 und an der Bahnstrecke Zweibrücken Landau. Von den Waldungen des Naturparks Pfälzerwald rings umgeben, gehört der Ort verwaltungsmäßig zur Verbandsgemeinde Gräfensteiner Land. Die Gemarkungsfläche beträgt rund 2700 ha, wovon 86% von Wald bedeckt sind.

Zur Zeit leben etwa 3000 Einwohner in der Gemeinde, welche im Jahr 1979 auf die erste  urkundliche Erwähnung vor 800 Jahre zurückblicken konnte.

Gleichwohl belegen Funde, dass schon in der Jungsteinzeit Menschen hier gesiedelt haben.

Entstanden ist das Dorf im 7. Oder 8. Jahrhundert, als Mönche des von Bischof Pirminius  gegründeten Benediktinerklosters Hornbach bei Zweibrücken auf einer Rodungsfläche im Tal der Rodalb ein Einzelgehöft errichteten. Lange Zeit hieß der Ort deshalb Mönchweiler, aus dem das spätere Münchweiler hervorging. Während des Mittelalters bis zur Französischen Revolution teilte  das Bächlein Rodalb als Staatsgrenze über sechs Jahrhunderte lang das Dorf in einen (kleineren) hanau-lichtenbergischen und  in einen zum badischen Amt Gräfenstein gehörenden Ortsteil.

Prägend für die damaligen Bewohner war der Wald. Als Waldbauern bezogen Sie zahlreiche Dinge des täglichen Lebens aus den Wäldern. Die Landwirtschaft allein konnte die Menschen nicht ernähren, da der wenig fruchtbare Sandboden keine guten Erträge zuließ.

Für die in ärmlichen Verhältnissen lebenden Bewohner des Waldbauerndorfes Münchweiler änderte sich gegen Ende des 19.Jahrhunderts die wirtschaftliche Situation entscheidend. Mit der Gründung der ersten Schuhfabrik im Jahr 1888 durch drei Brüder namens Wadle fanden zahlreiche Ortsbewohner Arbeit und Lohn. Ein weiterer Anschub der wirtschaftlichen Entwicklung bedeute der Bau der Eisenbahnlinie Zweibrücken-Landau durch das Dorf in den Jahren 1872 bis 1875. Mit dem Bahnbau wurde die Verbindung mit der aufkommenden örtlichen Schuhindustrie eine Entwicklung begonnen, die die finanzielle Situation vieler Familien spürbar verbesserte und die Jahrzehnte später aus dem armen Waldbauerndorf  eine blühende Industriegemeinde machen sollte.

Diese Entwicklung wurde begünstigt durch den nach dem 2. Weltkrieg einsetzenden Strukturwandel. Bedingt durch die Vollbeschäftigung in den jetzt zahlreichen Schuhfabriken verlor die Landwirtschaft an Bedeutung, der Ort wurde zur reinen Industriegemeinde.

Ein weiterer Markstein in der Geschichte von Münchweiler war der Bau eines 1000-Betten-Hospitals durch die Amerikaner anfangs der 50er Jahre. Dieser Bau sowie die Anwesenheit der US-Soldaten hat im Dorf sichtbare Spuren hinterlassen und manche Veränderung in der Lebensweise seiner Bewohner verursacht. Die amerikanischen Streitkräfte wurden in Münchweiler neben der Schuhindustrie zu einem bedeutenden Arbeitgeber.

Zur Auflockerung der Monoindustrie  erschloss die Gemeinde Ende der 60er Jahre ein Industriegelände entlang der  Bundesstraße 10. Die in den 80er Jahren einsetzende allgemeine Krise in der Schuhindustrie verschonte den Ort nicht, Fabriken sahen sich gezwungen, Arbeiter zu entlassen, andere stellten die Produktion ein.

Hinzu kam, dass im Sommer 1993 die amerikanischen Streitkräfte das Hospital aufgaben. Erst im Jahr 2004 erwarben zwei Investoren aus Pirmasens das ca. 45 Hektar große Gelände. Das Areal wurde erschlossen für Wohn- undGewerbeflächen..Im hinteren Teil ist ein Sondergebiet für Freizeit- und Erholungseinrichtungen vorgesehen.

Freizeit und Erholung werden künftig eine immer größere Bedeutung erlangen. In diesem Bereich wird sich Münchweiler weiter entwickeln. Die waldreiche Umgebung bietet ideale Bedingungen für Spaziergänger, Wanderer und Mountainbiker. Der beschilderte „Münchweiler  Höhenwanderweg“ , der Anschluss an den Premiumwanderweg „Pfälzer Waldpfad“ sowie weitere markierte Wanderwege laden zum Wandern ein. Schließlich führen einige Radwege durch den Ort, wo zahlreiche Privatunterkünfte mit Ferienwohnungen für Gäste bereitstehen. 

Quelle : Werner Dillenkofer